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Frisches aus dem Immobilienmarkt

Ist die Sorge vor der Immobilienblase berechtigt?

Ist die Sorge vor der Immobilienblase berechtigt?

Den größeren Teil meines Berufslebens habe ich in der Bank und der Wohnungswirtschaft verbracht. Immobilienmärkte beobachte ich seit über 40 Jahren, aus verschiedenen Blickwinkeln, unterschiedlichen Interessenslagen. Seit nun gut 10 Jahren haben wir historisch niedrigste Zinsen, auch im langfristigen Bereich, auch in der Immobilienfinanzierung. Es gibt sie bereits, die Generation, die glaubt, diese niedrigen Zinsen wären normal. Nicht nur diese niedrigen Zinsen, aber doch maßgeblich sie, trieben und treiben die Immobilienpreise immer weiter nach oben.

Wie wirkt sich eine Zinsänderung aus?

Ein Zinsänderungsrisiko nach z.B. 10 Jahren scheint gewaltig und im Falle sinkender Preise, bliebe doch die unbedingte Verpflichtung hoher Kreditrückzahlungen (aus der Sicht der Zukunft dann stark überhöhter Kaufpreise früher). Im Nachhinein könnte es dann doch ein sehr schlechtes Geschäft gewesen sein, es sei denn Zinsbindung und Gesamttilgungszeit des Darlehens deckten sich von Anbeginn. In allen anderen Fällen ist die Sorge vor einer Immobilienblase sehr begründet und spiegelt nur den gesunden Menschenverstand.

Die Bundesbank schrieb schon im Monatsbericht für Februar 2020 zu den Immobilienpreisen im Jahr 2019 „In den Städten lagen die Preise für Wohnimmobilien nach wie vor deutlich über dem Niveau, das durch die längerfristigen wirtschaftlichen und sozio-demografischen Einflussfaktoren gerechtfertigt erscheint.“ Unter anderem dies ist der Grund für Banken, verstärkt auf hohes Eigenkapital von Käufern und Bauherren zu achten. So bliebe das Risiko beim Ersteher der Immobilie, nicht bei der Bank

Schlussfolgerung:

Der Immobilienmarkt eignet sich nicht um mit fremdem Geld (Banken) zu spekulieren. Habe ich nur das Motiv der Geldanlage sollte ich das Zinsänderungsrisiko auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Habe ich das bessere Motiv, selbst angenehm wohnen zu wollen und verfüge über gutes Eigenkapital dann kaufe ich im Bewusstsein, daß die Preise steigen oder fallen können aber für mich das ausschlaggebende Argument mein Bedürfnis nach gutem Wohnraum ein Risiko überwog.

Gruss, D. Huber, GGF Adorable Immobilien

Dieter Huber, Bankdirektor a.D.
Diplom-Kfm. und Publizist ist ein erfahrener Geschäftsführer in der Wohnungs-, Versicherungs-, und Finanzwirtschaft. 15 Jahre Erfahrung und Erfolge in leitenden Stellungen, im Risikomanagement von Kreditinstituten, Firmenkunden– und Immobiliengeschäft, sowie 20 Jahre Erfahrung und Erfolge im Vertrieb hoch anspruchsvoller Dienstleistungen machen ihn zu Ihrer optimalen Vertrauensperson im Bereich der Immobilienwirtschaft. Abgerundet hat er seine Expertise mit 10 Jahren Aufsicht über eine Wohnungsgenossenschaft als Aufsichtsrat, Geschäftsführer diverser Baugruppen und als Mitglied des Verwaltungsbeirats einer in Berlin ansässigen Bank. Neben seiner Tätigkeit als Makler steht er heute Bauträgern und „Baugruppen“ als Interimsmanager zur Verfügung.