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Frisches aus dem Immobilienmarkt

Berlin, immer wieder MIETENDECKEL, R2G

Berlin, immer wieder MIETENDECKEL, R2G

Der Berliner Mietendeckel wurde tatsächlich zur Gefahr für alle Markteilnehmer und den gesellschaftlichen Frieden.

Der Mietendeckel hetzt die Marktteilnehmer gegeneinander auf, benachteiligt einseitig die Vermieter und kann noch zum Bumerang für die betroffenen, angeblich begünstigten Mieter werden. Es profitieren kurzfristig. ehedem die Falschen, keinesfalls jene, die in den Bekundungen insbesondere der Linkspartei eigentlich begünstigt werden sollten. Wer privilegiert und teuer am Kudamm wohnen konnte lebt jetzt dort auch noch billig, die anderen in Reinickendorf oder Marzahn haben kaum allenfalls marginal etwas davon aber die Unsicherheit ob der Rechtsgültigkeit und die Gefahr späterer Nachzahlungen aufgrund von Schattenmieten oder unwirksamer Absenkungen träfe sie umsomehr. Die sogenannten „politischen Risiken“ von Rot-Rot-Grün-Populismus und Tricksereien entwickeln sich zu der Thematik, die Mieter und Immobilieninvestoren im Segment Wohnen derzeit am Stärksten beschäftigt und entzweit. 

Verfassungsgericht: Urteil zum Mietendeckel

Das Urteil vom Verfassungsgericht zum Mietendeckel war für den Herbst 2020 erwartet, lässt aber weiter auf sich warten, entsprechend hoch ist die Rechtsunsicherheit. Risikoscheue, kurzfristig orientierte Investoren verlassen in beachtlicher Zahl den Berliner Markt. Für langfristig orientierte Investoren ist Berlin allerdings im Hinblick auf den attraktiven wirtschaftlichen Standort und der Wohnungsknappheit weiterhin ein attraktiver Markt, diese profitieren wahrscheinlich sogar von niedrigeren Einstandspreisen im Bereich Paketkauf-Wohnen. Im Retailbereich, also privat an privat ist der Markt dagegen sehr eng geworden, das Angebot ist weiterhin knapp, knapper und die Preise steigen daher sehr dynamisch weiter.

Die Mieter finden am Markt ein extrem verknapptes Angebot, nicht selten kommen über 100 Bewerbungen auf eine Wohnung, die Lage der Mieter hat sich also insofern deutlich verschlechtert, zumal die städtischen Gesellschaften weniger bauen als erhofft und die Genossenschaften Ihre Investitionen in den Bestand reduzieren müssen, weswegen auch sie nun gegen den Mietendeckel klagen. Werden Investitionen in den Bestand verhindert führt das zwangsläufig zur Verwahrlosung im Bestand, erst schleichend aber wahrscheinlich exponentiell.


Dieter Huber

Dieter Huber, Bankdirektor a.D.
Diplom-Kfm. und Publizist ist ein erfahrener Geschäftsführer in der Wohnungs-, Versicherungs-, und Finanzwirtschaft. 15 Jahre Erfahrung und Erfolge in leitenden Stellungen, im Risikomanagement von Kreditinstituten, Firmenkunden– und Immobiliengeschäft, sowie 20 Jahre Erfahrung und Erfolge im Vertrieb hoch anspruchsvoller Dienstleistungen der Immobilienwirtschaft.